Das Überwinden von Dilemmata im Realismus ist durch Kooperation nicht möglich. Im Groben gibt es zwei Ansätze, Dilemmata zu überwinden, und (negativen) Frieden herzustellen.
Zwang
Eine Möglichkeit, eine Forderung seines Staats durchzusetzen ist es, die anderen Staaten durch Druck dazu zu zwingen. . Um swchlimmere Folgen abzuwehren, oder die eigene Situation zu verbessern kann der gezwunge Staat nachgeben, und die Forderungen akzeptieren.
Der Prozess verläuft meist in eskalierenden Stufen:
Diplomatische Demütigung und Drohungen: Offizielle Reisewarnungen, Abzug von Botschaftern oder offene Drohungen mit Konsequenzen.
Wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen (Economic Sanctions): Handelsembargos, das Einfrieren von Staatsvermögen oder der Ausschluss aus internationalen Finanzsystemen (z. B. SWIFT).
Militärische Demonstration (Show of Force): Truppenbewegungen an die Grenze, Flottenentsendungen vor die Küste des Gegners oder Manöver im umstrittenen Gebiet.
Begrenzter Gewalteinsatz: Gezielte Luftschläge oder Cyberangriffe, um den Druck maximal zu erhöhen, ohne einen vollwertigen Krieg zu beginnen.
Übermacht
Eine andere Methode der Problemlösung ist das Prinzip der Übermacht. Eine Übermacht hat im Vergleich zum anderen Staat deuthlich mehr Macht (sei es wirtschaftlich oder millitärisch), so dass sich der unterdrückte Staat vor den Folgen fürchtet und aus Angst um die eigene Existenz den Forderungen nachgibt.
Beide Ansätze sind jedoch keinesfalls nachhaltig in der Lösung. Große Konflikte oder Spannungen werden dadurch nicht permanent gelöst, sondern nur durch Macht unterdrückt. Eine Veränderung der Machtverhältnisse in diesem instabilen System könnte jederzeit zu einer erneuten Auseinandersetzung zwischen den beiden Staaten und ggf, sogar durch angestaute Konflikte zu einer größeren Eskalation führen.